
Gesichts- und Halsstraffung
Ein Nachbessern der jugendlichen Gesichtskonturen beginnt meist im unteren Gesichts- und Halsbereich. Die Nasolabialfalten (die Falten von der Nase zu den Mundwinkeln) werden zunehmend tiefer, die im unteren Gesichtsbereich vorhandenen Fettpölsterchen sacken ab und führen zu störender, von Bogen geprägter Haut in Form von Fettsäckchen am Unterkiefer. Kombiniert findet sich häufig eine Hauterschlaffung im Halsbereich entweder in Form von zwei störenden Längsfalten oder bei mehr Fettunterfütterung als störender „Truthahnhals“. Ein extremes Absacken der Stirn ist Dank Botulinumtoxin seltener zu beobachten.
Allein die obige Auflistung einiger weniger Veränderungen des älter werdenden Gesichtes zeigt, dass jedes Face Lift, basierend auf Standardmaßnahmen, individuell gestaltet und operiert werden muss.
Die Haltbarkeit des Ergebnisses variiert zwischen sechs und zehn Jahren.
Operationsverfahren:
Nur in seltenen Fällen ist ein „großes“ Lifting der gesamten Wangen und des Halses notwendig. Nach exakter Analyse des Gesichtes zeigt sich meist eine Betonung des Alterungsprozesses im Bereich der mittleren Wangen und des unteren Gesichtes mit tiefer Nasolabialfalte und abgesackten Fettkörpern im Unterkieferbereich, sowie ein Hautüberschuss im Bereich des Halses mit zwei Längsfalten – dem sogenannten „Truthahnhals“ oder einem gekräuselten Hautüberschuss am vorderen Hals.
Entsprechend unterscheide ich ein Präaurikuläres – oder Wangenlift mit einem Schnitt beginnend ca. 2 cm oberhalb des Ohres hinter dem Ohrknorpel versteckt bis zum Unterrand des Ohrläppchens reichend. Entscheidend für den lang anhaltenden Erfolg ist die Präparation und Neupositionierung des unter der Haut- und Fettschicht gelegenen Fasciensystems (=SMAS).
Bei dem retroaurikulärem Lifting zur Straffung des Halses liegt der Schnitt in der Hinterohrfalte und im hinteren Haaransatz, versteckt bis fast in den Nacken.
Überschneidungen der betroffenen Areale werden dabei berücksichtigt und in das OP-Konzept einbezogen.
Der Hautüberschuss mit und ohne Fettansammlung und mit und ohne Platysmalängsfalten lässt sich relativ einfach durch eine submentale Straffung über einen Schnitt unter dem Kinn beheben.
Entscheidend ist sowohl bei Wangenstraffung als auch bei der Halsstraffung, dass der ausgeübte Zug auf dem unter der Haut gelegenen Fasciensystem liegt und die darüber gelegene überschüssige Haut nach der Entfernung spannungsfrei eingenäht wird.
Nachbehandlung:
In den ersten fünf Tagen erhält der Patient einen Schaumstoffkopfverband.
Nachdem die Haare gewaschen wurden, erfolgt die weitere Wundbehandlung offen, also ohne Verband.
Eventuell eingelegte Redondrainagen werden am ersten postoperativen Tag entfernt. Die Fäden werden zwischen dem 10. bis 12. Tag gezogen. Körperliche Anstrengung muss insbesondere in den ersten Tagen unbedingt vermieden werden. Hochlagern und Kühlen des Gesichtes ist für einen unkomplizierten postoperativen Verlauf essentiell. Auf sportliche Aktivitäten und Sonne sollte in den ersten drei bis vier Wochen verzichtet werden.
Narkoseform:
Die Operation, die zwei bis drei Stunden dauert kann ambulant und stationär durchgeführt werden. Die ambulante Operation erfolgt entweder in örtlicher Betäubung mit einem starken Beruhigungsmedikament oder in einer Schlafnarkose. Bei ängstlichen Patienten empfiehlt sich die Vollnarkose. Die Dauer des stationären Aufenthaltes richtet sich nach dem Wunsch des Patienten.
Risiken:
Wichtig ist es zwei Wochen vor der Operation kein acetylsalicylhaltiges Schmerzmittel einzunehmen. Ein eventuell erhöhter Blutdruck muss präoperativ eingestellt werden. Das Rauchen sollte mindestens auf 7 Zigaretten pro Tag für drei bis vier Wochen vor der Operation reduziert werden. Generelle Operationsrisiken sind Bluterguss, Entzündung, Wundheilungsstörung, Durchblutungsstörung der Haut und individuell überschießende Narbenbildung. Ein anfänglich abgeschwächtes Gefühl im Operationsgebiet ist normal. Die gefürchtete Komplikation der Gesichtsnervenlähmung ist sehr selten und überwiegend von der Operationstechnik und der Erfahrung des Operateurs abhängig.
