
Ohranlegung
Eine Otopexie, also das Anlegen von Ohren, wird meist im Kindesalter vorgenommen, kann jedoch in jedem Lebensalter durchgeführt werden. Der ideale Zeitpunkt ist kurz vor der Einschulung, um möglichen Hänselein in der Schule zuvorzukommen.
Die Ursache abstehender Ohren ist entweder in der fehlenden Knorpelfalte vor dem Ohrmuschelrand (sogenannte Anthelix) oder in einer Fehlstellung des gesamten Ohres bei zu großem Ohrknorpel (Conchaknorpel) zu suchen.
Operationsverfahren:
Die Schnittführung liegt hinter dem Ohr. Es wird eine Hautspindel zur Straffung der Haut hinter dem Ohr entnommen, Der ungenügend geformte Knorpel vor dem Ohrmuschelrand wird mit einer feinen Feile auf der Vorderfläche des Ohres unter der Haut geschwächt. So kommt es zur Ausbildung der gewünschten, normalen Knorpelfalte und das Ohr legt sich an. Zur Stabilisierung der neuen Knorpelfalte wird diese durch sich nicht auflösende und unsichtbar unter der Haut liegenden Fäden fixiert. Bei Fehlstellung des gesamten Ohres wird ein Teil der knorpeligen Ohrmuschel am Übergang zum Hinterkopf entfernt und das Ohr somit angelegt.
Nachbehandlung:
Der Patient erhält zunächst für sechs bis acht Tage einen gepolsterten Kopfverband. Die Fäden werden nach acht Tagen gezogen. Körperliche Anstrengung muss insbesondere in den ersten Tagen unbedingt vermieden werden. Nach Abnahme des Kopfverbandes sollte noch für 4 Wochen ein Stirnband zur Nacht getragen werden, um ein versehentliches „Umklappen“ des Ohres beim Schlafen zu vermeiden.
Narkoseform:
Bei Kindern empfiehlt sich eine Schlafnarkose mit örtlicher Betäubung oder eine Vollnarkose. Der stationäre Aufenthalt beträgt einen Tag, wobei eine Unterbringung des Kindes mit seiner Mutter sinnvoll ist. Bei Erwachsenen kann die Operation auch problemlos in örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt werden.
Risiken:
An Risiken sind unter anderem zu nennen: anfängliche Schwellung und Bluterguss, Entzündung, in seltenen Fällen überschießende Narbenbildung, Unverträglichkeit der verbleibenden Fäden (sogenannte Fadenfistel), evtl. Kantenbildung, evtl. Absterben des Ohrknorpels, in geringer Prozentzahl auch das erneute Abstehen des Ohres.
