
Bauchdeckenstraffung
Definition:
Für die Form des Ober- und Unterbauches sind mehrere ineinander greifende Komponenten zuständig.
Im Idealfall ist die Haut glatt und stramm, weist wenig unter der Haut gelegenes Fettgewebe auf und die Bauchwandmuskulatur ist fest.
Durch Schwangerschaften, Gewichtsschwankungen und steigendes Lebensalter treten jedoch häufig gravierende Veränderungen auf.
Es entstehen überhängende Hautüberschüsse im Ober- häufig jedoch im Unterbauch, bei schlanken Patientinnen als leere, dünne Hautlappen, bei molligeren Patientinnen als sogenannte „Fettschürze“. Hinzu kommt noch eine dem weiblichen Geschlecht typische „Bauchwandschwäche“.
Ursächlich für den weiblichen „Kugelbauch“ ist eine Überdehnung bzw. eine Verbreiterung der vom Brustbein bis zum Schambein reichenden „Rectusscheide“. Die Rectusscheide ist ein längsverlaufendes Fasersystem ohne Muskulatur, die beidseits seitlich von der geraden Bauchmuskulatur eingerahmt wird. Ist dieses Areal wie ein ausgeleiertes Gummi verbreitert, manchmal bis zu 8 – 10 cm, so reicht auch ein Anspannen der Bauchmuskulatur nicht, um den Bauch stramm und glatt zu halten.
Die oben beschriebenen Aspekte, wie Hautqualität, Hautüberschüsse und eventuelle Bauchwandschwäche bestimmen das individuelle Operationsverfahren.
Besteht zum Beispiel bei guter Hautqualität und strammer Bauchwand lediglich ein Fettgewebsüberschuss im Ober- und Unterbauch, so ist die alleinige Fettabsaugung ausreichend.
Findet sich bei gutem Oberbauch der typisch feminine Kugelbauch, so wird eine Unterbauchstraffung notwendig.
Ist der komplette Ober- und Unterbauch ( Haut, Fett, Bauchwandschwäche ) betroffen, empfiehlt sich eine komplette Bauchdeckenstraffung.
Das für Sie optimale Operationsverfahren muss nach einer genauen Beurteilung des Befundes mit Ihnen abgestimmt werden.
Operationsverfahren:
Die Freipräperation des Hautfettmantels liegt bogenförmig in der oberen Schamhaargrenze und zieht von dort aus geschwungen zu beiden Seiten. Die Länge des Schnittes ist vom Lokalbefund abhängig.
Der Hautfettmantel wird bei der Mini- oder Unterbauchstraffung bis zum Nabel vorgenommen, bei der kompletten Bauchdecke bis zu beiden Rippenbögen. Die verbreiterte Rectusscheide wird in gesamter Länge gerafft und gedoppelt. Meistens muss der Nabel versetzt werden.
Der überschüssige Hautfettanteil wird entfernt und die Haut intracutan verschlossen. Es werden 2 – 4 Drainagen eingelegt.
Nachbehandlung:
Die Drainagen werden zwischen dem 2. und 4. Tag entfernt. Die Nabelfäden werden nach ca. 10 Tagen, die Fäden im Unterbauch in der 2. bis 3. Woche gezogen.
In den ersten 3 Wochen wird der Bauch mit einem speziellen Pflaster stützend geklebt. Zusätzlich ist eine Miederhose für 8 bis 12 Wochen zu tragen. Sport und Kraftanstrengungen, die über die Bauchmuskulatur gehen, müssen 8 bis 12 Wochen unterbleiben. Eine Narbenmassage ist obligat.
In den ersten 2 bis 3 Wochen nach der Operation sollten blähende Speisen vermieden werden.
Narkoseform:
Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Der Eingriff dauert – je nach Aufwand ( Mini-Abdominoplastik oder komplette Bauchdeckenstraffung ) 1 bis 3 Stunden. Der stationäre Aufenthalt beträgt 1 bis 4 Tage.
Risiken:
An möglichen Operationsrisiken sind zu nennen:
Bluterguß ( bei ausgedehnten Bauchdecken Eigenblutgabe, Fremdblutgabe, Fibrinkleber ), Entzündung, Wundheilungsstörung, Durchblutungsstörung der Haut, eine individuell überschießende, unschöne Narbenbildung, länger anhaltende Gefühlsstörungen im Bereich der Narben und des Unterbauches sowie Thrombose und Embolie.
